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Strandraub auf Mallorca

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Olaf

Mecklenburgsondler
Beiträge
146
Moin,
am gestrigen Ankunftstag war der DEUS 2 so erschöpft, dass er nicht mehr mit an den Strand wollte. Zumindest ist nichts in der Enge des Koffers abgebrochen oder anderweitig zu Schaden gekommen.

Tag 2:
Einen Fehler hat der Detektor jedenfalls gemacht: Er hat doch glatt erlaubt, dass meine Frau mitfliegt. Die wegen eines gebrochenen kleinen Zehs nicht wandern kann. Aber heute musste sie unbedingt in der größten Hitze zum Hafen und dann noch in die Altstadt von Alcudia "spazieren". Ich durfte hinterherdackeln, der Detektor wollte nicht.

Kurz nach vier gings dann mit ersten Blasen an den Füßen an den Strand.
Nach kurzer Abkühlung der Füße durfte der Deus 2 trotz voll besetztem Strand endlich ans Tageslicht und seinen Beitrag zur Strandreinigung leisten. Hui, wie da die Abziehlaschen und Folieschnipsel aus dem Sand flogen. So schlimm, dass ich bis Leitwert 38 notchte, damit wenigstens die übelsten Auswüchse von Folieschnipseln ausgeblendet wurden.

In den vielleicht 90 Suchminuten kam nur wenig Verwertbares: 5,70 Euro, 2 Zloty, zwei alte spanische Münzen. Ein dünner Silberring rundete das etwas dünne Fundspektrum noch ein wenig nach oben ab.

Beim Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant (draußen) gab es zum Sonnenuntergang einen unerwarteten Überfall: Geschwader von blutrünstigen Zwergmücken fielen über jedes freie Stück Haut her.

*Fortsetzung folgt*

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Dein soll hast du ja schon erfüllt einen Ring hast ja gefunden :)

Das mit Folienstücke das kenne ich zu gut aus Italien einfach Katastrophe
 
Tag 3: Heute hieß es eher, auf der faulen Haut zu liegen: Erst im Hotelzimmer, dann am Strand im Schatten einer Kiefer. Ein paar Abstecher ins erfrischende, heute vom Wind etwas wellige Wasser gab es auch.
Doch der mitgeführte Rucksack gab keine Ruhe, bis es irgendwann "Knüppel aus dem Sack" hieß und der Detektor sich Gassi führen ließ.
Gleich das erste Signal waren 20 Cent. Leider drängelten sich dann wieder Dosenlaschen aller Formen und Leitwerte in den Vordergrund, gemischt mit zwei spanischen Münzen. Nett, dass der Leitwert der Euromünzen höher liegt.
Heute machte ich aufgrund der prellenden Sonne schon nach 70 Minuten Schluss, aber trotz der relativ kurzen Zeit im Vergleich zur gestrigen Wanderung hatten die Beine beidseitig hinreichend Feuer eingesammelt. Na gut, man unterschätzt auch das Streulicht im Schatten.
Die Beute heute: 11,90 Euro und als Sichtfund anhand der Kante noch ein Teelöffel (dessen Leitwert im genotchten Bereich lag).
Auffällig, dass es fast nur alte Euromünzen sind - und eine nagelneue.

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Tag 4:
Sonntagvormittag: Markt in Alcudia. Wer will da unbedingt hin, gucken, ohne zu kaufen? Naja, ich musste mit, und schon waren wieder knapp 8 Kilometer bei schönster Mittagssonne in den Beinen und die Rotfärbung aufgefrischt. Folgerichtig ging es nach erweiterter Mittagsruhe, Baden und Abendessen erst abends mit dem Detektor an den Strand.
Es ging gut los, erstes Signal mit bestem Dosenlaschenleitwert 10 Forint. Ich glaub ich bin in Ungarn...
Nach 10 Minuten schon 4 Euro, wobei die tiefliegende 2 Euro-Münze schon übel korrodiert ist. Irgendwann kam dann der unedle Ring aus Edelstahl, auch die anderen beiden Schmuckstücke hatten kein Herz für mich und waren unecht. Die erweiterte Runde bis Port Alcudia brachte monetär trotz gut doppelter Laufzeit keine Steigerung, erstaunlicherweise wieder genau 11,90 Euro.
Ich gebe zu, viele der typischen Abziehlaschensignale nicht mehr gegraben zu haben, denn das Buddeln und Sieben ist in dem von vorn bis hinten durchfeuchteten festen Sand Schwerarbeit.

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Tag 5:
Heute ging es nach einem späten Frühstück zunächst mit dem Linienbus in Richtung Inca. Kaum dort angekommen, zog ein Gewitter auf. Die Gassen im Zentrum wirkten wie hochgeklappt. Klar, war ja auch beste Siesta-Zeit.
Nach der Rückkehr wurde das Abendessen etwas vorgezogen, sodass ich Abends noch im Hellen am Strand spielen gehen konnte.
Zunächst probierte ich das Unterwasser-Kit aus, natürlich nicht zu tief, da sonst die Verbindung zum Funkkopfhörer schnell nicht mehr funktioniert und man eventuelle Fundstücke ja auch noch bergen muss. Ich begann langsam zu zweifeln, da gab es plötzlich ein klares Signal. Auf dem Sandboden lag was Rundes, welches sich nach dem Rausfischen als 2 Euro-Stück präsentierte. Doch wtf - das Signal war immer noch da. Nach mehreren unbeholfenen Versuchen mit dem zweckentfremdeten halbwegs langstieligen Trockensandscoop schaukelte ein weiterer Euro im Sieb. Und immer noch ein Signal. Schließlich war noch eine 2 Euro-Münze abgefischt und der Münzschwarm weitergezogen. Danach wurde es zäh, nur noch eine 50 Cent-Münze biss an.
In der Folge suchte ich noch ein wenig auf dem Trockenen - die Spule fühlte sich ohne den Wasserwiderstand fast schwerelos an. Leider fanden sich diesmal nur Kleinmünzen der Eurozone und 5 Pence aus Großbritannien. Dann kamen die Mücken...
Summe des Tages: 6,60 Euro (die Tourismusabgabe für den Tag wieder reingeholt)

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Tag 6:
Diesmal wanderte meine Frau etwas weiter nach rechts den Strand entlang, ich wackelte hinterher.
Nach etwa einem Kilometer endlich wieder ein Bereich mit schattenspendenden Bäumen, wo sie schließlich ihr Strandlager aufschlug.
Ich entfaltete den Detektor und machte mich an die Strandreinigung.
Gleich eins der ersten Signale war statt der erwarteten Dosenlasche ein Stück eines Armbands, knapp daneben noch ein 2 Euro-Stück. So konnte es weitergehen. Tat es aber nicht.
Doch endlich kam der beste Freund des Strandräubers vorbei - ein Regenschauer! Freie Bahn zum Suchen. Doch leider konnte das Ergebnis nicht wirklich überzeugen:
9,60 Euro, etwas Modeschmuck und eine rustikale Haarklammer.

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Tag 7:
Meine Frau meinte, dass die Wettervorhersage trübes Wetter mit Regenschauern verkündete und schickte mich zum Großkampftag an den Strand.
Nun wollte ich es wissen. Ich beschloss, den Strand zwischen Alcudia und Can Picafort einmal komplett entlangzuwandern, von meiner elektronischen Seh- und Gehhilfe vorwärts gezogen.
Die ersten 3 Kilometer waren sehr ernüchternd - gerade mal 1,10 Euro klingelten in der Fundtasche. Selbst beim so vielversprechenden, wegen Ruhetag geschlossenen Strandkiosk mit Sand unter dem Tresen - nichts!
Dann wieder mal so ein 10 Cent-Leitwert gleich neben einer Mülltonne - sicher so ein kleiner Feigling oder dessen spanisches Äquivalent, der unter dem Sand Schutz vor der Sonne gesucht hat, denn mit trübem Wetter war es augenscheinlich nichts. Doch nein - im Scoop klapperte 1 Euro. Signal aber immer noch da. 2 Euro, 1 Euro und dann kam auch endlich der ursprüngliche Signalgeber, die 10 Cent. Damit war das Nest ausgeräumt.
Wieder etwas motivierter versuchte ich mich etwas später an einem klassischen Dosenlaschensignal. Nichts im Scoop, aber im Loch glänzte das durch das Sieb gefallene vermeintliche Folieknäuel. Das sich nach Abstreifen des Sandes als gülden glänzender Ohrstecker präsentierte, leider ohne Stempelung.
Wenig später musste ich den großen Kanal überwinden - ich entschloss mich, den Umweg über die ein ganzes Stück entfernte Straßenbrücke zu laufen, denn die Zeiten von Uniformschwimmen mit Ausrüstung zum Forcieren eines Wasserhindernisses sind vorbei.

Kurz danach wieder eines dieser Signale an einem dünn besuchten Strandabschnitt, die eher wenig Lust zum Ausgraben machen, da in der Regel ohnehin Schraubverschlüsse oder ähnliche Nettigkeiten zum Vorschein kommen. Doch diesmal war es nicht die Regel, sondern ein Ring. Einer, der goldig glänzte, sich aber auch schon mal vielleicht mit der Strandharke angelegt hatte. Keine Stempelung, aber drei Steine und auf der Innenseite materialsparende Hohlräume. Vielleicht also doch echt.

In einer der Schirmreihen kam noch ein erst blechern wirkender Ohrring aus dem Sand, der aber eine 925er Stempelung hatte.
Kilometer 8 - die Beine wurden schwer, die Wasserflasche war auch leer.
So schleppte ich mich noch die letzten zwei Kilometer rein nach Can Picafort, verstaute den Detektor, stürmte den nächsten Supermarket und kaufte erst mal ein überteuertes Getränk.
Danach Abkühlung in den Wellen und ein weiterer Marsch zur nächsten Bushaltestelle in die Gegenrichtung.
Auch ohne Abzug der hierfür entstandenen Kosten war das "Kilometergeld" mit nur 1,50 Euro pro Kilometer ernüchternd dürftig - das passiert, wenn alle nur noch die Kreditkarte in den Sand stecken.
15,65 Euro in der Saison ist verglichen zu den Vor-Corona-Jahren nichts.
(Dafür gabs aber zwei opulente Blasen - eine am linken großen Zeh, eine am rechten kleinen.)

Viele Grüße
Olaf

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Zuletzt bearbeitet:
Macht immer wieder Spaß deine Erlebnisse zu lesen als ob man selber am Strand entlang läuft:)

Hier die Geschichte von deinem russischen anstecker


Kannst über Google übersetzen lassen
 
Erstmal Kompliment für die schöne Erzählung. Es hat sich wie in einem Roman gelesen.
Schade, dass die Ausbeute nicht größer war, vielleicht werden die Strände ja schon nachts abgesucht. Aber es war ja keine Nullrunde, ein paar feine Sachen sind ja dabei.

Ich hätte nächste Woche auch gerne meinen Detektor mit in Urlaub genommen um auch endlich mal am Strand zu sondeln. Aber ein kurzer Blick in Google hat es mir gleich vermiest. Vielleicht beim nächsten Urlaubsziel.
 
Soweit ich das nachgelesen habe, ist die Verwendung und der Transport von Metalldetektoren verboten.
 
Noch den Beitrag abschließen.

Der letzte Tag:
Nach dem langen Marsch musste sich der Detektor erholen, ich durfte das dann auch.
Am Tag vor der Abreise ging er dann doch noch mal mit an den Strand.
Da es schon wieder warm wurde, zunächst ins kühlere Nass, was erfolglos blieb.
Dafür gab es im Trockenen einen Spritzenwagen zur Abkühlung.
Das Wasser hatte sich etwas zurückgezogen, Funde aus den frei gewordenen Sandbereichen musste man fast herausmeißeln, so gut backte der Sand zusammen.
Mein lieber Schwan, leider war der dann nicht echt.
Das Relikt eines Glasknopfes, im Glas anscheinend ein Wappen zu erahnen, auf dem Foto nicht zu erkennen.
Ein gerade mal zwei Jahre alter Porsche, sandgestrahlt.
5,70 Euro in Kleingeld, und als letztes Signal noch mal gülden glänzender Ohrschmuck, leider wieder ohne Stempel.

Insgesamt das Minimalziel erreicht - die Übernachtungssteuer wieder reinzuholen, die 66 Euro knapp überschritten.

Mal die Vergleichswerte früherer Jahre (und das war im Oktober):
2015 selbe Ecke: 161,26, der lange Marsch brachte damals allein 67,65 Euro ein
2016 Cala Millor: 149,16
2018 Paguera: 106,37
Nur Gran Canaria 2019 war mit 37,16 + einem Goldring als Anfangsfund dünner, aber da war viel Konkurrenz unterwegs.

Das war's dann von der Insel.
Viele Grüße
Olaf

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Zuletzt bearbeitet:
Ich hab mal noch ein paar Vergleichswerte aus früheren Jahren ergänzt. Das blüht uns Strandsondlern mit der zunehmenden Bargeldabschaffung.
Beitrag automatisch zusammengelegt:

Und noch ein Nachtrag zum Goldring: Beim Richten der Delle konnte ich auf der Außenseite noch zwei Mikropunzen entdecken, allerdings nur eine davon lesen.
27 K steht da. (24K ist ja der höchste Wert für Gold, bezieht sich die Angabe also auf die Steine?
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hattest Spaß und das ist die Hauptsache du konntest deinen Suchthunger stillen.

Leider ist die Konkurrenz viel größer Grad im Ausland wo alles teurer wird und deren Gehälter noch weniger.

Hast schön deinen Urlaub beschrieben da bekommt man Lust auf sondeln am Strand
 
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