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Abenteuer auf der Dalburg (Dalberg / RLP)

SONDELAW

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Detektor
XP Deus
Hallo ihr Lieben, zwar bin ich auch in unregelmäßigen Abständen auf dem ein oder anderen Acker unterwegs, aber im Moment lohnt es sich eher eine Kompilation daraus zu erstellen, als jede Tour einzeln zu zeigen. Nach etwas mehr als einem Jahr, das ich dieses Hobby nun betreibe sind inzwischen viele Funde zwar gern im Coinpad oder in der Fundtasche verstaut, aber sie reißen einen nicht mehr vom Hocker. Dazu zählen Klassiker wie Standard-Knöpfe, Musketenkugeln, diverse andere Munition, Bleisiegel, Zinker, Glückspfennige und Schnallen aller Art! ;)

Ich möchte euch heute aber über etwas anderes berichten. Freud und Leid liegen ja bekanntlich oft nah beieinander. So wurde im Mai eine Autoimmunerkrankung festgestellt, mit der ich mich nun zu arrangieren versuche. Kurze Zeit später wurde ich zum "Ehrenamtlichen Grabungshelfer des Landes Rheinland-Pfalz" gesalbt. Ich muss zugeben, auch wenn man natürlich offiziell nichts alleine machen darf, machen die kleinen Aufgaben vom GDKE Spaß. Ich sehe die kleinen Aufträge (meist Sichtungen) als kleine Questen bei denen ich in der Region ganz gut herumkomme und allerlei Leute und historische Orte kennenlerne, die mir vielleicht sonst verborgen geblieben wären. Auch bin ich inzwischen recht gut informiert, an welchen Stellen bei mir in der unmittelbaren Umgebung Grabungen anstehen. Mein erster größerer Einsatz führte mich zur Dalburg in Dalberg. Der Auftrag lautete, den für die Burg verantwortlichen Verein bei den Grabungsarbeiten bestmöglich zu unterstützen und dabei auch mit dem Metalldetektor tätig zu sein. Dabei sollte ein frisch wieder entdeckter Boden eines Hofes freigelegt werden.

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Bei meinem ersten offiziellen Auftritt war ich (sonst eher ungewohnt) ein wenig nervös. Eine Archäologin sollte dabei auf mich acht geben und ich hatte natürlich keine Ahnung, was von mir erwartet werden würde. Schließlich bin ich ja alles andere als ein Vollprofi. Gesagt getan, Parkplatz gefunden, Sack und Pack geschnürt und den Weg zur Burg gesucht. War gar nicht so einfach, schließlich wurde die anliegende Zugangsstraße zu dem Zeitpunkt geteert. Nach einigen Minuten kam ich dann aber doch bei der Burgruine an. Und wie wurde mein Marsch belohnt. Die Ruine die von unten nicht zu erkennen war, schälte sich aus einem Wald und der Blick ins Tal war atemberaubend schön. Nebst aufsteigendem Nebel und kreisenden Greifvögeln. Trotz Nutzung als Steinbruch war die Burgruine noch erstaunlich gut in Schuss. Das ist mit Sicherheit auch dem dort tätigen Verein zu verdanken und der Unterstützung der Eigentümer (der Prinzen zu Salm). Die anderen ehrenamtlich Tätigen waren aber gleich von Beginn super aufmerksam, neugierig und liebenswert. Gesorgt wurde auch für alles. Geschichten aus der Zeit des Adels, zur Burg, gutes Frühstück und tollen anderen Gesprächen. Kurz gesagt, ich wurde schnell mit allen warm und wir machten uns an die Arbeit. Am zweiten Grabungstag, gab es sogar eine unerwartete Gelegenheit mit gleich vier Prinzen auf der Grabungsstelle zu sein. Der Burgherr und drei seiner Enkel waren zugegen. Wer kann von sich schon behaupten, drei Prinzen gesittet zu haben? Natürlich habe ich mir bei einer Ruine einer Höhenburg um 1150 mehr vorgestellt, aber wirklich alte Funde blieben leider aus.

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Mit dem Detektor war leider nicht viel zu finden. Natürlich eine endlose Zahl an Nägeln, aber kaum brauchbare ältere Funde. Nennenswert wären mehrere neuzeitliche Silberfunde (ein Manschettenknopf, ein Anhänger (siehe Abbildung) und ein Kettchen (Arm)) ließen sich eine 5 und 10 Pfennig Münze aus der Zeit des Nationalsozialismus, 2 Pfennige aus dem Kaiserreich, 50 Pfennige aus der Weimarer Republik und einige interessante Fragmente finden. Bei meinem dritten Besuch, durfte ich sogar auf eigene Faust rund um den begehbaren Teil der Burg auf die Suche gehen. Aber auch hier kam leider außer sehr vielen Metallresten aus diversen Sicherungsmaßnahmen wenig zu Tage.

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Bemerkenswert war die Nutzung der Ruine als Spielstätte für Kinder mit Spielzeugpistolen und -gewehren. In einer Tiefe von bis zu 7-8 cm konnten diese Kügelchen nachgewiesen und gesammelt werden. Ich müsste lügen, aber ich denke wir werden 500 - 1.000 Stück auf dem Gelände geborgen haben. In diesem Jahr werden wir wohl noch einmal graben können. Schade, dass es dieses Jahr nicht mehr für die tieferliegenden (verschütteten) Gemäuer gereicht hat. Auch die Zisterne steht noch an. In einigen Tagen sind alle Grabungshelfer beim Prinzen zum Essen eingeladen. Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet.

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Ich bin auf alle Fälle sehr gespannt, auf die nächsten Grabungsmöglichkeiten. Angekündigt sind Grabungen in Worms in Innenstadtnähe. Leider hat es zeitlich bislang noch nicht geklappt alle Stakeholder zusammen zu bringen. :) Derzeit bin ich sehr zufrieden. Mir geht es körperlich und geistig gut, durch die regelmäßigen Einsätze bin ich auch körperlich ganz gut in Schuss (Sit-ups mit Extra-Gewicht halt). Da vermisst man auch das Fitness-Center nicht.

Wünsche euch viel Freude beim Lesen und beim Bilder sichten. Bei Fragen, könnt ihr diese gerne an mich stellen. Die Personen auf den Bildern (bin nicht zu sehen) sollten eigentlich unkenntlich genug sein.
 
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Capricorn

Experte
Beiträge
1.485
Detektor
XP Deus, Simplex
Vielen Dank für den schönen Bericht und die Mitnahme zur Burg. Sehr interessant!
Weiterhin viel Spaß dabei und ich hoffe, das deine Autoimmunkrankheit nicht fortschreitend ist und du medikamentös gut eingestellt werden kann.
 
Zuletzt bearbeitet:

Goody

Crusader
Teammitglied
Beiträge
1.172
Detektor
Deus,GM6,GM4,G2+,nox800
Toll geschrieben und schön das mal wieder da bist mit deinen schönen Geschichten. Hoffentlich hast noch paar erfolge und deine Krankheit schränkt dich nicht ein . Alles gute dafür :drinks:
 

HIPSNIPER

Erfahrener Sucher
Beiträge
131
Detektor
XP ORX / Golden Mask 4 WD
SONDELAW sehr gut geschrieben, danke für deine Erlebnisse. Du solltest Schriftsteller werden , oder Berichte über`s Sondeln für Zeitschriften verfassen. TOP
 
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